Deutsche – immer pünktlich!

Mittwoch, 8.6: Kopenhagen

Heute wollten wir zur Stadtführung. Und wir waren schon spät dran, als wir raus sind, aber ohne zu Essen wäre auch blöd gewesen. Also eilen wir zum Treffpunkt und kommen ein paar Minuten zu spät an. Der Veranstalter heißt „Politically incorrect tours“, und genauso geht es los. Jeder sagt, woher er kommt, und dann probiert der Guide ein Vorurteil über das Land loszulassen. Als wir an der Reihe sind, sagt er nur: „Germans, you are always on time!“. Erwischt, dabei wären wir in vielen anderen Orten mit der heutigen Verspätung „pünktlich“ gewesen.

Die Stadtführung ging genauso unterhaltsam wie informativ weiter, wir zogen von Kirche zu Marktplatz, erfuhren etwas über den dänischen Widerstand im zweiten Weltkrieg, den Hafen, den dort liegenden „Freistaat“ Christiania und wie der Architekt der Oper dem Geldgeber eines auswischte, indem er dessen Flagge als architektonisches Kunstwerk in der Beleuchtung der Oper verewigte, und vieles mehr. Dann bekamen wir noch den Weg zur Meerjungfrau, der „größten Enttäuschung“ Kopenhagens, gezeigt. Natürlich mussten wir sie uns dennoch ansehen.

Da ist sie. Eine schöne Statue auf einen Stein.

In der Nähe gab es auch noch die Zitadelle, die wir uns danach anschauten. Es patroillierten noch Soldaten auf dem Wall drumherum, und auch an den Eingängen. Natürlich wurden wir angemeckert, dass wir auf dem Rasen gelaufen sind (es war der einzige stufenlose Weg auf den Wall hinauf), und warum wir nicht die Stufen genommen haben. Mitdenken, Krapotke, Mitdenken!

Eine sehr gut erhaltene Windmühle auf den Wällen der Zitadelle

Danach ging es in die Innenstadt, zur Marmorkirche. Auf dem Weg dorthin wurde L für ihre Sitzreservierungen und Hilfestellungen für die Rückfahrt nach Dresden amgerufen, die dieses Mal ohne Sprachbarriere gebucht wurden konnten. Dann bekommt J halt mal Pause, auch schön so. Nur Kopenhagen müssen wir selbst machen, da haben wir aber eine Nummer zum anrufen. L ruft an, und zum Glück kann die Person, die nach 15 Minuten Warteschleifenmusik dran geht, Englisch. J ist also arbeitslos am Freitag.

Dann geht es noch Essen machen im Hostel, um abends wieder rauszugehen und sich ein wenig den anderen Teil der Stadt anzuschauen. Über sehr fahrradfreundliche Straßen mit Parks und Sportplätzen in der Mitte geht es vorbei an der Brauerei zum Südfriedhof, den wir entspannt durchlaufen. An einem alten Gefängnis geht es zurück in die Innenstadt, wir bekommen den Eindruck, dass die Stadt nicht nur für Touristen richtig schön ist, sondern auch für Einheimische.

Qua(r)k!

Dann machen wir mal wieder früh ins Bett, denn für morgen wollen wir nach Malmö (auch wenn der Stadtführer sehr über Schweden gelästert hat) und dort eine Stadtführung machen. Mal sehen, ob wir nach Stockholm und Kopenhagen noch ein drittes Mal die Geschichte erzählt bekommen, dass Schweden Dänemark mal eingenommen hat, indem sie überraschend über das gefrorene Meer rübermarschiert sind und dass deshalb im dänischen Gesetz steht, dass man einem Schweden, der Dänemark über das Eis laufend betritt, ins Gesicht schlagen/mit einem Stock schlagen darf.

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