Eine einfache Zugreis

Montag, 23.05: Kaunas, Vilnius

Heute stand die wohl einfachste Reise auf dem ganzen Baltikum an: Man steige in einen Zug ein und knapp 80 Minuten oder so später wieder aus. Und so kamen wir gegen Mittag in Vilnius, der Hauptstadt Litauens, an.

Vilnius 104km. Berlin 1056km. Und wenn man weiß, wo er steht, sieht man auch unseren Zug auf dem Foto

In Vilnius probieren wir zunächst ein Hostel in Bahnhofsnähe, doch die wollten uns nicht nehmen („Wir haben gerade nicht genug saubere Bettwäsche“) – also gehen wir weiter Richtung Innenstadt und finden ein viel schöneres, mit großem gemütlichen Aufenthaltsraum, Küche und Bar in einem und einem schönen Zimmer im ersten Stock. Fühlt sich fast an wie zu Hause, und überall sind kleine, witzige Details versteckt.

Sogar Mäuse dürfen hier Spaß haben
Willst du Boxen?

Und natürlich schauen wir uns auch noch Vilnius an. Zunächst immer der nicht Kopfstein-Gepflasterten Straße folgen an den kleinen Fluß Vilnia (nach dem die Stadt wohl benannt ist) in den Künstler-Stadtteil Uzupis, der sich seine eigene Verfassung gegeben hat und sich als einen kleinen eigenen Staat im Staate betrachtet. An bunten Häusern und einer Engelsstatue vorbei kommen wir auf einen Hügel, wo eine Aussichtsplattform auf die ganze Stadt gerade im Bau ist. Genug zu sehen bekommen wir aber trotzdem.

Da unten liegt Vilnius

Über eine ewig lange Treppe gelangen wir herunter an einen Park, der sich auch gerade im Aufbau befindet und mühen uns zur nächsten Brücke. Auf der anderen Flussseite gibt es einen Weg, den wir bis an die Festung und die große, tempelartige Kirche folgen (L konnte dazu natürlich sofort sagen, aus welcher Epoche sie kommt, aber J hat das beim Schreiben dieser Zeilen längst wieder vergessen.. Renaissance vielleicht? Nein, es ist Klassizismus. Anmerkung von L). Wir gehen mal kurz in die Kirche rein, merken aber sodann, dass wir gerade einen Gottesdienst stören. Schade, also wieder raus.

Nach ein paar Runden durch die Altstadt (hier gibt es wirklich in jeder Ecke eine Kirche zu entdecken! L hat mal nachgeschaut, es sind mehr als 50 und diese Stadt trägt daher den Nicknamen „Rom des Ostens“) gelangen wir über eine Fußgängerbrücke auf die andere Seite des großen Flusses (ein anderer als oben), wo ein Hochhaus mit einer Grußbotschaft an den russischen Präsidenten steht und die Flußwiesen von den Einwohnern als Treffpunkt genutzt werden.

Sogar Albert treffen wir hier

Nach einer Weile gehen wir dann auch wieder zurück auf die andere Seite, sehen uns noch eine Kirche und einen Park an, stellen fest, dass man hier mit Russisch sehr viel weiter kommt als mit Englisch (selbst wenn man nur einzelne Wörter kann) und gehen dann wieder zurück zum Hostel, wo der australische Wirt uns begrüßt und fragt, ob wir Lust auf Bier oder Cider haben. Wir bekommen sogar einen sehr großzügigen Probierbecher von den Getränken und dürfen uns dann entscheiden. Nach einem sehr langen Gespräch und jeweils einem sehr großzügig (randvoll) gefüllten Glas Cider bzw. Bier über Australien verquatschen wir uns dann noch mit ein paar anderen, einem Deutschen und einem Neuseeländer, der sehr auf Schlösser steht und gerade Europa auf Schloss-Tour bereist.

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