Donnerstag, 28.04: Thessaloniki, Kalambaka, Meteora-Felsen
Da das Hostel richtig schön ist und L sich ein wenig nach Entspannung sehnt, habe ich (J) beschlossen heute Wandern zu gehen. Also den frühen Schnellzug nach Athen genommen, in Palaeopharsalos umsteigen und nach drei Stunden um 9:30 in Kalambaka ankommen – so zumindest der Plan. In Palaeopharsalos ausgestiegen kam mir auf dem Weg zum Zug allerdings der Lokführer auf dem Bahnsteig entgegen und äußerte das wohl international verständliche Wort „Kaputt“, während er auf den vor dem Bahnhof stehenden Zug zeigte.

Also musste ein Ersatz her, schließlich standen wir gut zu zwanzigst am Bahnsteig. Nach einigem Umhertelefonieren des Bahnhofspersonals und knapp über einer Stunde Wartezeit kam dann ein Ersatzbus – inklusive Fahrer mit furchteinflößendem Fahrstil. Mittig auf der Straße durch enge Kurven fahrend erreichten wir nach knappen 80 Minuten unser Ziel, ich war froh dass alles noch heile war und dass – zumindest laut des Infoschalters am Bahnhof – heute Abend wieder Züge fahren sollten.
In Kalambaka angekommen habe ich erstmal Frühstück und sündhaft teure Sonnencreme besorgt, denn ohne was zu essen und ohne Sonnenschutz wäre ich des Wahnsinns, einfach wandern zu gehen. Dann ging es an den Anstieg, einen meist mit Kopfsteinen gepflasterten Wanderweg mit vielen Serpentinen hoch.

Nach knapp über einet Stunde war ich dann oben angekommen, zumindest da wo ich hin wollte. Es ist so bergig hier, dass man nicht von „ganz oben“ reden kann. Wie schon vorher feststand, hat das Kloster hier auf dem Berg Donnerstags für Besucher geschlossen, aber das ist nicht so schlimm. Schließlich ist die Region dafür bekannt, Klöster auf freistehenden Bergen zu haben (früher meist nur per Strickleiter erreichbar, heute per Treppe) und diese haben ihre Ruhetage so verteilt, dass immer eines geschlossen ist. Heute eben das erste am Weg, aber es gibt noch fünf weitere.

Also kurz mal die Treppe hochgelaufen zur verschlossenen Tür, und dann weiter – das nächste Kloster war schon zu sehen. Hier oben gibt es leider zwischen den Klöstern eine von Tourbussen, Privatautos und Taxis befahrene Straße, sodass nicht nur die wenigen Wanderer hier sind, sondern sehr viele Menschen mehr. Schade eigentlich, aber schön ist es trotzdem.

Leider darf man hier im Inneren der Gebäude keine Fotos machen, sodass ihr nur welche von außen zu sehen bekommt. Im Inneren sind die Gebäude – vor allem die Kapellen (oder wie das im Kloster heißt) sehr reich dekoriert und aufwändigst mit Wandmalereien geschmückt.

Dann geht es – jetzt schon sehr beeindruckt – auf den Weg zum nächsten Kloster. Leider ohne Wanderweg, da dieser zur Straße ausgebaut wurde. Doch zum Glück ist die Straße nicht viel befahren und bietet atemberaubende Ausblicke.

Noch ein wenig die Ausblicke genossen musste ich feststellen, dass das zuviel des Guten war – das Kloster im letzten Bild hat heute nur bis 14:00 offen, und es war 14:02, als ich vor den Türen stand. Besuchende kamen zwar noch raus, aber man wollte mich nicht mehr einlassen.

Weitre geht es, den Berg wieder ein Stückchen hoch (endlich mal ein kleines Stückchen normaler Wanderweg) und dann die Straße entlang zum nächsten. Und dieses Mal hat es sogar noch geöffnet!

Das Kloster hat neben den üblichen Gebäuden ein riesiges mehrere Hundert Jahre altes Holzfaß, das mal für Wein verwendet wurde und eine fünfstellige Literzahl fasst. Heute ist es leer und Menschen werfen Geld hinein. Geschätzt würde ich auf eine vier- bis fünfstellige Eurosumme tippen, aber es war auch sehr viel ausländisches Geld dabei.
Im Nebenraum des Fasses gab es eine Seilwinde, mit der früher per Netz und Muskelkraft, heute per Plattform und elektrisch Baumaterial hochgebracht wird.
Weiter geht es dann, zum nächsten Kloster – dem größten hier in der Gegend. Doch nach einer kleinen Wanderung stand fest, dass ich es nur von außen sehen werde – es hat seit zwei Stunden geschlossen. Auf die unten im Dorf angefragten Öffnungszeiten sei kein Verlass, wurde mir später gesagt, die würden sich dauernd ändern. Naja, dann halt zum nächsten

Also ging es langsam an den Abstieg, denn das letzte Kloster liegt auf einer vorgelagerten Felsspitze einige Meter tiefer. Und auch dafür gibt es zum Glück einen Wanderweg, der verschlungen durch die Landschaft führt und mich mit Schatten, Ruhe und keinem Verkehr belohnt.

Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon verloren, nachdem die anderen Klöster schon geschlossen hatten, doch dieses jat tatsächlich bis 17 Uhr geöffnet. Also – es war 16:40 – schnell noch die Treppen hochgesprintet und völlig außer Puste zehn Minuten später oben angekommen. Die verbleibenden zehn Minuten Öffnungszeit reichen hier aber ganz gut, denn das Kloster ist auf einem sehr kleinen Stein gebaut und somit räumlich sehr beschränkt.

Dann ging es auch schon wieder runter, voll von Eindrücken und mit müden Beinen. In knapp zwei Stunden geht der Zug, und da es der letzte ist sollte ich ihn nicht verpassen. Also runtergewandert und dann noch mal schnell was zu Essen besorgen, und dann war es schon fast so weit.

Nach einer Stunde mit der Regionalbahn war ich dann wieder in Palaeopharsalos angekommen, wo ich in den Schnellzug nach Thessaloniki steigen sollte. Doch hat es mir dieser Bahnhof irgendwie angetan, denn wegen einer Verspätung (oder was auch immer, ich kann kein Griechisch und eine Übersetzung gab es nicht) ist der Zug nicht schon nach 10 Minuten, sondern erst nach knapp 50 eingefahren. So kam ich um 23:40 mit einer knappen Stunde Verspätung in Thessaloniki an, und was L dort gemacht hat, erfahrt ihr in einem seperaten Artikel, denn der hier ist eh schon etwas lang geworden.