Donnerstag, 2.6: Rovaniemi, Kemi, Tornio-Haparanda, Lulea
Heute ist ein Reisetag. Wir werden ein paar Städte ansehen, abler dazwischen sehr viel Zug (und Bus) fahren. Nach einem schnellen Frühstück rennen wir in Rovaniemi zum Bahnhof, wo wir unseren Zug mit Müh und Not erreichen. Ein wenig Morgensport tut gut, und die knapp 75 Minuten lange Zugfahrt ist gut zum Erholen davon..

In Kemi haben wir eine knappe Stunde Aufenthalt. Hier laufen wir mal zum Hafen und schauen uns das nördlichEnde der Ostsee an. Die Landschaft ist richtig schön, es ist fast schon schade, dass wir weiterziehen.


Wir setzen uns ein wenig an den Hafen und beschließen, einen Bus später nach Tornio zu fahren. Das gibt uns fast eine Stunde mehr Zeit hier, um die Landschaft und die Sonne zu genießen. In Ruhe werden die letzten Reste des Frühstücks verspeist, dann geht es langsam zum Busbahnhof.
Der Bus von Kemi nach Tornio sollte eigentlich im Interrail inklusive sein, doch der Busfahrer machte uns in gebrochenem Englisch unmissverständlich deutlich, was er davon hält: „No, you have to pay“. Alle Überzeugungsversuche helfen nicht, und so bezahlen wir wiederwillig je 6€, natürlich in Bar, denn das mögen die hier nicht besonders gern. Knapp 40 Minuten später erreichen wir Tornio, die finnische Grenzstadt nach Schweden. Wir laufen noch zur Brücke über den (momentan Hochwasser führenden) längsten frei fließenden Fluß Europas, der hier in die Ostsee mündet, laufen einmal hin und zurück und gehen dann zur Grenze. Leider fahren die Passagierzüge nicht (mehr) nach Finnland rüber, sodass wir auch hier die Grenze fußläufig überqueren mussten.



Kurz vor dem Erreichen der Grenze kommen und zwei sichtlich angeheierte Finnen entgegen, eine Flasche Weinbrand in der Hand. Sie sind neugierig und fragen uns, was wir machen. Auf die Antwort, dass wir jetzt nach Schweden wollen, werden wir zu einem Konzert eingeladen (der eine ist Gitarrist) und mehrfach darauf hingewiesen, wie viel schöner Finnland doch sei. Kurz zusammengefasst: „Schweden Wuäää“ (mit der Hand angewiedert herumgewedele), so zumindest der eine. Natürlich müssen wir mehrfach ablehnen, aus der Schnapsflasche zu trinken, dürfen dann aber nach einem kurzen Handschlag weiterziehen.
Natürlich hüpfen wir ein wenig über die Grenze hin und zurück, bevor wir noch ein letztes Mal Lebensmittel in Finnland holen – es wird sicherlich einen Grund haben, warum das Einkaufszentrum auf finnischer Seite ist.
Dann geht es über die Grenze nach Schweden, unter der Straße durch und immer den Fluss folgend zum Bahnhof von Haparanda – so heißt Tornios schwedische Nachbarstadt. Dabei fallen neben den Überschwemmungen diverse witzig verdrehte Zebrastreifen-Schilder auf, die dazu auffordern, gewisse Aktionen auf den hier aufgemalten Zebrastreifen auszuführen.





Als wir am Bahnhof ankamen, wartete der schwedische Regionalzug schon, der uns nach Luleå bringen sollte. Es war eine kleine, aber halbwegs moderne Bimmelbahn mit einem Treppenlift für Rollstühle, der an den französischen TGV erinnerte – die ganze Treppenpartie wurde zur Plattform, mit der man hochfährt.


Da wir mit einiger Verspätung in Luleå ankommen, bleibt leider nicht genug Zeit, die Stadt kurz anzusehen. Wir gehen also direkt zum Nachbargleis, wo unser (voll ausgebuchter) Nachtzug nach Stockholm steht, ganze zwei Loks und momentan elf Waggons lang. Wahrscheinlich werden es über die Nacht noch mehr werden, mal sehen wie lang er morgen früh ist..

