Freitag, 20.05: Krakau, Warschau
Math teacher: How do you call the largest accumulation point of poles?
Student: Warsaw!
– bad maths joke.
Und ebendieses War-schau wollten wir uns heute an-schauen. Dafür gingen wir zum Bahnhof, wo uns eine ewig lange Schlange am Fahrkartenschalter erwartete. Und unser Zug fuhr in 15 Minuten, damit hatten wir nicht gerechnet. Blöde Reservierugspflicht. Knapp eine Viertelstunde später waren wir dann auch schon dran und wollten Tickets für den nächsten Zug nach Warschau haben. Zunächst wollte man uns Reservierungen für den Schnellzug zum Westbahnhof verkaufen, doch die kosteten 88 Zloty (knapp 18€), das war uns dann doch zu viel, denn mit dem IC kommen wir nur 45 Minuten später an, sparen uns dafür aber das Umsteigen in die Öffis (die nicht umbedingt gut mit Rollstühlen sein müssen), um in die Innenstadt zu kommen. Wahrscheinlich sind wir so keine 15 Minuten später am Hostel in Warschau angekommen als mit dem Schnellzug, und haben nur 1 Zloty pro Kopf gezahlt. Da lacht doch das Schwabenherz!
Angekommen im Bahnhof Warschau Stadtmitte (Srodmiescie oder so) durften wir feststellen, dass der (wie sich nach Suchen herausstellte) einzige Aufzug natürlich defekt war. Wir haben also wen um Hilfe gebeten und es so geschafft L mitsamt Rolli und Gepäck (leider ohne selbiges mit „b“ statt „p“) an die Oberfläche zu bringen, naja zu tragen. Ärgerlich, aber jetzt wissen wir für die Abfahrt, dass wir wohl besser am 100m entfernt gelegenen Zentralbahnhof (Centralna) abfahren sollten.
An der Oberfläche angekommen fallen als erstes die Wolkenkratzer auf. Beeindruckt stehen wir fast unter ihnen und lassen erstmal die Skyline auf uns wirken. Ein Wolkenkratzer aus Sowjetzeit sticht hervor, und die Werbung auf so gut wie allen anderen, angefangen bei Coca Cola über McDoof bis hin zu Samsung und Co findet sich alles an großen Marken irgendwo an der Fassade eines Hochhauses wieder und macht diese meist deutlich weniger schön anzusehen. Sattgesehen machten wir uns auf dem Weg zum Hostel in der (wiederaufgebauten) Altstadt. Abgesehen von den fünf Stufen vor dem Gebäude perfekt, bequeme Betten mit Vorhängen für das Plus an Privatsphäre im Mehrbettzimmer und ein Aufzug machen uns das Leben leichter. Doch sind wir nicht zum Schlafen nach Warschau gefahren, sondern zum Schauen. Also sind wir raus, haben uns die Altstadt angeschaut, die quasi direkt vor unserer Haustüre lag.
In der Altstadt gab es ein schönes Schloss, sehr viele alt scheinende Gebäude (morgen sollten wir lernen, dass sie nur so scheinen, doch Spoiler!) und viele schöne, kleine Gässchen. Das ganze endete an einem Platz, von wo aus man zur Weichsel sehen konnte und wo eine Statue von Marie Curie stand, die nicht weit von hier geboren wurde.
Aus der Altstadt zog es uns dann in die Innenstadt, entlang der schönen, geraden Straße mit diversen Sehenswürdigkeiten und einem unaussprechlichen Namen. Oder kann jemand von euch (ohne Polnischkenntnisse) „Krakowskie Przedmieście“ aussprechen?
Nach vielen Kirchen und anderen alt aussehenden Gebäuden kamen wir dann an einen Platz mit Palme in der Mitte. L fühlte sich sehr veralbert, hatte J ihr doch im Zug nach Warschau noch erfolglos glaubhaft machen wollen, dass auch an der Ostsee Palmen wüchsen.
Letztendlich hat L herausgefunden, dass es sich um eine spezielle Palmengattung aus dem asiatischen Hochland handelt, die kurzfristig auch bis zu -20°C aushält. Ein Glück, dass es heute fast 50°C wärmer ist! Also setzen wir uns neben der Palme in einen Biergarten aus Liegestühlen und trinken erstmal ein kleines Bier auf Warschau.
Danach bummeln wir noch ein wenig durch die Innenstadt, essen ein wenig, schauen uns bunt beleuchtete Gebäude an und laufen an die Weichsel runter. Schön wars, und wie so oft haben wir mal wieder das Gefühl, dass unsere Zeit hier viel zu kurz wird.



