Türkisches Frühstück und Moscheen

Mittwoch, 04.05: Istanbul

Heute wollten wir endlich in die Moscheen im Stadtzentrum kommen. Doch vorher wollten wir es uns gut gehen lassen und sind frühstücken gegangen.

Es gab sehr viel Brot, so viel Tee wie wir wollten und seeehr viele Beilagen. Wer soll das dann alles essen? Wir hatten jedenfalls das Gefühl, dass das für doppelt so viele Personen reichen würde und waren danach für den ganzen Tag gesättigt. Es gab Teller voller Käse (für J), Oliven (für L), Honig, Marmelade und andere unbekannte (mehr oder weniger, je nachdem wen man fragt) Köstlichkeiten. – Also ich (L) kannte davon ja so einiges Tahin und Traubensirup ist übrigens ne geniale Kombi –

L, glücklich und satt, nach einem ausgiebigen Frühstück

Danach sind wir wie geplant in die Innenstadt, erstmal in den Palast, und dann ein Kopftuch für L besorgen – ohne darf W hier nicht in die Moschee.

Bunte Häuser mit irgendwelchen politischen Botschaften. Sieht schön aus, spontane Vermutung beim Verfassen dieser Zeilen: Es geht um Uiguren in China, aber ganz sicher bin ich da nicht.. Ein wenig kryptisch ist das schon geschrieben

Danach haben wir uns für die blaue Moschee angestellt. L wurde die Treppen hochgetragen, doch als J den Rollstuhl nachholen wollte, wurde er energisch darauf hingewiesen, dass Rollstühle (genauso wie Kinderwagen) draußen bleiben müssten. Eine Frechheit, wie L fand, probieren wollten wir es aber trotzdem. Nach einigen Metern wurde es aber dann doch zu anstrengend, und als nach ein paar Biegungen der Gang ewig lang war, beschlossen wir umzukehren. Sehr schade, aber was soll’s. Die wollen hier wohl keine Rollstühle in der Moschee haben.

Also sind wir gegen den Strom zurück, haben uns den Rollstuhl wiedergeholt und sind enttäuscht in Richtung Hagia Sofia gegangen. Vielleicht haben wir da mehr Erfolg. Und nach einer Viertelstunde Schlange und Gepäck durchleuchten standen wir dann tatsächlich im Vorraum der Hagia Sofia. Schön wars hier, für den Hauptraum dann nur noch Schuhe ausziehen und – Halt! So einfach kann es doch nicht sein? Richtig. Als wir rein wollten, wurde uns auf türkisch energisch klar gemacht, dass irgendwas noch falsch war. Zehn Minuten und mehrere Versuche, uns mit Gestik und moderner Technik auszutauschen war klar, dass wir die Räder des Rollstuhls noch abwischen müssen. Also haben wir eine Jacke genommen und die damit abgewischt. Dann durften wir tatsächlich rein. Was wohl in der blauen Moschee das Problem daran war?

In der Hagia Sofia. Es fühlt sich mit dem großen Teppich und den Leuchten ein wenig so an wie in einem riesigen Oma-Wohnzimmer: Echt gemütlich. Viel schöner als dieses Erdrückene, düstere was Kirchen oftmals haben

Danach sind wir, überwältigt von den ganzen Eindrücken des Tages zurück in die Innenstadt. Heute sind wir mal eine Station früher aus der Metro ausgestiegen, um die Fußgängerzone komplett abzulaufen. War schön, viel Gedränge, etliche Eisverkäufer, die kunstvoll das Eis servieren, viel zu viele Baklava-Geschäfte (Sabber, Sabber bei L) und eine historische Tram, wo sich sogar draußen die Menschen dran festhielten. Am Taksim-Platz bot sich uns dann das schöne Bild der beleuchteten Moschee mit der aufgehenden Mondsichel dahinter. Es hat sich also gelohnt, nochmal hier hoch zu kommen.

Eine Moschee mit Mond dahinter. Schön!

Zurück ging es ins Hostel, wo wir (da die Hostelmutter mitbekommen hatte, dass L einen Rollstuhl hat) für die letzte Nacht in den ersten Stock umgezogen wurden. Praktisch, das waren heute drei Stockwerke weniger als die letzten Tage, die ich sie hoch

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