Auf den Berg

Sonntag, 15.05: Brasov

Heute waren wir etwas in Eile, denn eigentlich hatten wir 1,5 Tage für Brasov eingeplant, aber der späte Nachtzug war ausgebucht, sodass wir den drei Stunden früher fahrenden nehmen mussten. Also hatten wir nur einen halben Tag Zeit heute, und den wollten wir gut auskosten.

Zunächst haben wir eine Stadtführung gemacht, uns wurden diverse Dinge über die Stadt erzählt, die einen recht starken deutschen Einfluss hat – so gibt es eine evangelische Kirche (die schwarze Kirche) direkt am Marktplatz, daneben ist eine deutsche Schule mit beträchtlicher Geschichte und überall in der Stadt sind viele Schilder mehrsprachig gehalten.

Wir haben dann noch was zur Befestigung der Stadt gelernt, wie genau Pfählungen funktionieren (aber das ist doch etwas zu brutal, um das hier zu beschreiben), wie Dracula eine Liebelei mit einer Frau aus der Stadt hatte und dass Rumänen sehr lange nicht des Nachts in der Stadt sein durften (sondern ihre eigene Stadt vor den Mauern hatten).

Nach der Stadtführung wollten wir noch den Berg erklimmen und die Stadt von oben bewundern. Zum Glück fährt eine Seilbahn, und mit dem Rollstuhl sind wir zügig drangekommen, nachdem sich das nette Personal abgemüht hat, L inklusive Stuhl die zwei Etagen zur Abfahrtshalle hochzutragen. Oben ging es zum Glück recht stufenlos raus, und dann turnten wir über einen Bergweg (sehr steinig) die paar hundert Meter zum Brasov-Schriftzug rüber, neben dem es einen schönen Aussichtspunkt gab.

Seilbahn fahren

Bald sind wir dann runter, haben unser Gepäck geholt und sind dann auf dem Weg zum Bahnhof noch Proviant holen gegangen – L hat sich ihren Traum einer Wassermelone wahr gemacht und diese direkt wild verschlungen, für J gab es ein leckeres Eis.

L beim Verschlingen einer Wassermelone

Im Nachtzug haben wir dann erfahren, warum der späte Zug ausgebucht war – die Nachtzüge sind eine beliebte Fluchtroute für Ukrainerinnen, wir teilten uns unser Abteil mit dreien und einem Wellensittich, den sie als Haustier dabei haben. Ob die auch nach Budapest wollen, oder bis Wien im Zug bleiben? Wir können leider kein Ukrainisch, um zu fragen, und sie kein Englisch.

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