Donnerstag, 12.05: Veliko Tarnovo, Bukarest
Nachdem J bei der Stadtführung in Plovdiv gelernt hatte, dass Rumänien so heißt weil hier mal das Oströmische Reich war, wollten wir es uns mal genauer ansehen. Dazu ging es erstmal per Zug ein paar Örtchen weiter nach Gorna Orjahovica, wo wir uns Sitzreservierungen für den Zug nach Bukarest besorgten. Knapp fünf Leva ärmer gingen wir dann in den Kiosk, besorgten uns was zu trinken (was zu essen gab es nur mit Fleisch, also verzichteten wir). Dann ging es zum Zug, den wir nach dem Überqueren zweier Gleispaare erreichten. Das scheint hier ganz normal zu sein, Unter- oder Überführungen gibt es nur an den größeren Bahnhöfen.
Nach knapp zwei Stunden erreichten wir Ruse, die Grenzstadt. Dort wurde der vierzigminütige Aufenthalt des Zuges zur Passkontrolle genutzt (neben uns waren nur ein paar weitere Interrailer sowie einige Ukrainerinnen, teils mit kleinen Kindern im Zug, und die Pässe wurden scheinbar besonders gründlich kontrollliert).

Danach ging es über die Donau nach Rumänien. Der Fluß ist hier schon beeindruckend breit.

Danach natürlich das selbe Prozedere nochmal auf rumänischer Seite: Pässe einsammeln, 15 Minuten warten, Pässe zurückbekommen, weiterfahren. Immerhin ist der Zug sehr bequem.

Rumänien ist in dieser Gegend sehr flach, sodass sich J sehr an Schleswig-Holstein erinnert fühlt. Die gelb blühenden Rapsfelder tun ihr bestes, um das Gefühl zu bekräftigen. Welch ein Kontrast zum Balkangebirge, wo wir gerade herkommen.

Mit 45 Minuten Verspätung sind wir dann in Bukarest angekommen und zu unesrem Hostel gelaufen. Doch dort war niemand. Wir haben eine Stunde gewartet, die Telefonnummer angerufen, an der Tür geklingelt und geklopft doch keine Reaktion bekommen. Nach einer Stunde haben wir ein neues Hostel gefunden, das sowohl günstiger war als auch noch zwei Betten für uns frei hattte.

Leute, lasst also die Finger von Kretan Hostel. Egal wie schön Kreta ist. Wir sind jetzt Freunde des Friends Hostel geworden, und es ist sehr schön hier.
Zum Abend sind wir dann natürlich in die Innenstadt. Sie war voller teurerer Clubs und Restaurants, und nirgendwo spielte auch nur halbwegs ansprechende Musik. Also haben wir uns am Innenstadt-Rand was kleines zu Essen geholt und dann ist uns auf dem Rückweg ein sehr schöner Springbrunnen aufgefallen, der hier sein Wasserspiel mit Licht veranstaltete. Nachdem wir diesem eine kleine Ewigkeit zugeschaut hatten, L währenddessen von einer Person angesprochen wurde, die sie heilen wollte (das zweite Mal innerhalb von vier Tagen, Yeah!) sind wir dann wieder ins Hostel, ins Bett fallen. Morgen stand früh aufstehen auf dem Plan.
