Eine Stadt mitten in den Bergen

Mittwoch, 11.05: Veliko Tarnovo

Heute war es etwas bewölkt, morgens tropfte es sogar ein wenig. Also beschlossen wir, ein wenig zu entspannen, alles ruhiger angehen zu lassen und uns neben den Umherstreifen auch um die dringend benötigte Wäsche zu kümmern. Dann sind wir doch noch in die Stadt, die sich hier an die Berghänge schmiegt und mal hier, mal da durch den durch das Tal mäandernden Fluß namens Jantra gekreuzt wird. Standardmetriken funktionieren hier nicht mehr, und die weniger als 1km Luftlinie zum Bahnhof waren in Realität über 3km in sehr verschlungenen Kurven.

Natürlich war das eine perfekte Stadt für Wanderer, zumindest solche, die sich mit beiden Füßen über den mal hoch und mal runter gehenden Boden fortbewegen konnten. Also die perfekte Gegend für uns.. Daher haben wir uns nur im Stadtzentrum und in der Altstadt aufgehalten, haben das Denkmal angeschaut, was die Zare des ersten bulgarischen Staates darstellt und sind dann recht schnell wieder zurück gegangen.

Häuser am Bergrand, davor der Fluss (nicht zu sehen, da tiefes Tal)
Warum muss diese doofe Laterne im Weg sein?

Am Abend hatte L dann noch was für die Uni zu tun, sodass J alleine auf den Berg gehen wollte. Doch der kostete leider Eintritt und hat in 1.5h zu gemacht zu gemacht, und auf dem Weg zum Ticket besorgen hat mich dann wieder ein penetranter Typ angequatscht, wie es uns schon am Vormittag passiert ist: Erst ewig ausfragen und nicht in Ruhe lassen, dann diverse Sehenswürdigkeiten der Umgebung empfehlen (L taufte ihn daraufhin kurzerhand „das menschliche Navi“) und zu guter Letzt nach ein paar Euromünzen für die Smlung seines kleinen Sohnes fragen (nur echt mit Foto) – da das schon das zweite Mal war, gehen wir stark von einer Masche aus, an Geld zu kommen. Schön war es hier trotzdem.

Da hinten wollte ich eigentlich hin, aber das dauernde angequatscht werden hat mich dann doch davon abgehalten

Also ging ich stattdessen lieber ein wenig hier herum, doch keine 100m weiter wurde ich wieder angequatscht – selbe Masche, andere Person, und selbes Foto des Sohnes. Wusste gar nicht, dass man sich einen Sohn zu dritt teilen kann.. Muss also wohl adoptiert sein.

Genervt davon, alle paar Minuten angequatscht zu werden, ging ich also kurzerhand zurück zu L ins Hostel. Wir machten uns noch was zu essen, verquatschten uns mit ein paar Leuten und kümmerten uns um die Wäsche. Muss ja auch gemacht werden. Dann ging es schlafen, morgen ist eine lange Reise geplant.

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