Dienstag, 17.05: Budapest
Heute war eigentlich ein kleines Abendgewitter vorhergesagt, aber Petrus meinte es wohl lieb mit den Pflanzen und hat schon am Vormittag begonnen zu gießen. Wir haben also die Regenjacken herausgeholt und sind durch den Regen zum Treffpunkt der Pest-Führung gelaufen.
Mit knapp 15 Personen haben wir dann ein paar Stunden was zur Stadtgeschichte erzählt bekommen und sind durch die Gegend gelaufen – und erfuhren dabei, dass Budapest aus mehreren Städten entstanden ist, dass nach dem Fall der Mauer bis auf ein Denkmal und eine Statue alle Statuen und Denkmäler aus der Zeit des Kommunismus abgerissen wurden, dass die eine noch stehende Statue wie ein riesiger Bieröffner aussieht (und es in China auch Miniaturen davon mit genau dem Zweck zu kaufen gibt) und dass unter der Stadt ein riesiges Höhlen-System liegt, durch das unter anderem das heiße Wasser für die vielen Thermalbäder zu Tage tritt.
Wir erfuhren auch noch das eine oder andere zur Politik und Ungarn im Allgemeinen, bevor wir vor dem Parlamentsgebäude wieder unserer Wege gingen. Wir hatten jetzt drei Stunden Zeit, was zu essen zu besorgen und auf die andere Flussseite zu laufen, denn dort sollte dann die Buda-Stadtführung beginnen.





Also besorgten wir uns was zu Essen und liefen dann im großen Bogen (die bekannte Kettenbrücke wird momentan saniert) auf die andere Donauseite. Dort warteten wir einen Regenguss mit Postkarten-Schreiben ab und haben dann zur nächsten Stadtführung gefunden.
Wir haben dann nach der anstrengenden Erklimmung des Berges erfahren, dass es hier oben sehr günstige Wohnungen gibt, die der Ungarische Staat allerdings gerade billig an Investoren verscherbelt, dass das ungarische Wort für „Pferdehoden“ sich genauso anhört wie das für „Vierblättriges Kleeblatt“ (nur dass ersteres zwei Wörter sind) und die einheimischen Studenten daher damit angefangen haben, eine Statue zu erklimmen und selbige für Glück bei den Klausuren (und einen erhöhten Sexualtrieb) an entsprechender Stelle anzufassen.
Dann haben wir noch eine Kirche und das einzige Hilton-Hotel aus Zeiten der Sovjetunion gesehen (ersteres sehr hübsch, letzteres eher nicht), den Ausblick auf Pest genossen sowie etliche Regierungsgebäude sowie Baustellen gesehen – die Stadt ist hier gerade dabei, historische Gebäude wieder aufzubauen, indem sie einen Betonkern baut und außen eine originalgetreue Fassade anbaut.











Nach der Führung sind wir dann noch auf die Margaretheninsel und haben dort einen Gewitterschauer überstanden, während ein Brunnen ein sehr schönes Schauspiel zu klassischer Musik bot. Danach sind wir auch schon wieder schlafen gegangen, auch wenn nur kurz, denn besoffene Zimmergenossen haben inmitten der Nacht probiert, den Rollstuhl zu klauen, der „wahrscheinlich aus Spaß vom Hostel da hingestellt wurde“ (erfolglos) sowie Ewigkeiten gekichert und dies und das im Bett gemacht (hoffentlich keinen Amateurporno gedreht, aber gegen das Blitzlicht-Gewitter hat das heutige Wetter nicht ankommen können). Wir dachten uns dann nur: Morgen früh rächen wir uns, denn unser Zug fährt um acht Uhr dreißig. Morgens.
1 Kommentar
Kommentieren →Na, so gemein könnt ihr nicht sein 😉