Einmal Asien und zurück

Montag, 02.05: Istanbul

Nach einem kleinen Frühstück und diversen Tassen Tee (den gibt es hier im Hostel kostenlos, meist gepaart mit netten Gesprächen in Wohnzimmer-Flair) geht es zum Bahnhof. Wir wollen den Zug nach Asien nehmen und einen Park anschauen, den uns das Hostel empfohlen hat. Also 8 Etagen per Aufzug in den Untergrund (die Gleise gehen über zwei Stationen immer tiefer, um tief genug zu sein und unter dem Bosporus durchzukommen) und in den Zug gestiegen. Fünf Minuten und einen Bahnhof später sind wir in Asien, steigen dort in die (automatisch fahrende) Metro um und kommen dann an einem Park an die Oberfläche.

First Time auf asiatischen Boden

Dort entdecken wir nicht weit entfernt den Park mit dem Fernsehturm und beschließen erstmal dort hin zu gehen. Schon von unten hat man einen schönen Ausblick, doch einmal reingehen und schauen, wie teuer es ist, kann doch nicht schaden. Wir staunen nicht schlecht, als wir im Englischen und Türkischen komplett unterschiedliche Preise sehen. Einmal 80TL (5€) und einmal 200TL(12€). Von uns will man natürlich die 200 haben, also beschließen wir zu gehen. Kurz vor dem Ausgang werden wir dann zurückgerufen, man hätte „mit dem Chef gesprochen“ und könne uns den günstigen Preis geben. Dann halt doch nach oben.

Istanbul, soweit das Auge reicht.. Und Athen kam uns schon riesig vor. Wo die Flagge steht, wollten wir eigentlich hin, aber von hier oben haben wir den besseren Blick. Links sieht man den Bosporus

Da wir jetzt schon eine viel schönere Aussicht hatten als im anderen Park, haben wir beschlossen, nicht noch dort hoch zu machen. Und da L es langweilig fand, durch einen Tunnel nach Asien zu fahren, nahmen wir den Metrobüs für den Rückweg. Das ist ein Bussystem mit eigener Fahrspur, sodass man zügig (oder bussig) an den Staus auf den Straßen Istanbuls vorbeikommt.

Als wir nach der Busfahrt aussteigen wollen, hat sich der Bus so doll gefüllt, dass sich alle dicht an dicht drängelten. Trotz häufiger „Pardo“-Rufe (so haben wir das zumindest von den Einheimischen gelernt) war für den Rollstuhl am Ausstieg kein Durchkommen, und schon schlossen sich die Türen, J stand auf dem Bahnsteig und L fuhr weiter. Upps!

Andere Leute im Bus bekamen das mit, und so wurde der Busfahrer von diversen Menschen sehr deutlich zurechtgewiesen, sodass L an der nächsten Haltestelle aussteigen konnte.

J ist mit dem nächsten Metrobüs hinterher (die kommen hier schneller als im Minutentakt und sind trotzdem übervoll), hat aber vergessen zu drücken (offensichtlich muss man das hier auch tun) und ist so an L’s Haltestelle vorbeigefahren. Also nochmal in den Bus in Gegenrichtung, und diesmal drücken nicht vergessen. War das ein Hin und Her, im wahrsten Sinne des Wortes.

Dann sind wir mit der total überfüllten Tram wieder in die Innenstadt. Doch ein paar Stationen vor der Innenstadt ist irgendwas los gewesen und die Tram hat uns alle rausgeworfen und ist leer weitergefahren. Endstation? Irgendwas kaputt? Gute Frage, wir können kein Türkisch. Die Haltestelle war dann jedoch so überfüllt, dass wir diverse Trams (diese kommen gerade im Minutentakt) durchfahren lassen mussten, um überhaupt zum Ausgang durch zu kommen. Diese Stadt verwandelt sich wohl jeden Nachmittag in ein riesiges Verkehrschaos mit überfüllten Straßen und vollstem Nahverkehr, lernten wir so. Ein Glück aber, dass wir früher ausgestiegen waren, so haben wir noch das alte Aquädukt gesehen, was hier über eine Straße geht und konnten ein wenig was zu essen holen.

Danach haben wir die Metro hoch zum Taksim-Platz genommen, damit wir nicht wieder zum Hostel den Berg hoch mussten. Diesmal hielt sie wirklich dort und wir konnten uns den Platz anschauen, der im Vergleich zur großen Fußgängerzone sehr leer war (aber trotzdem überfüllt).

Ein paar hundert Meter durch die Fußgängerzone und dann den Berg halb runter, schon standen wir an unserem Hostel. Dort gab es Tee und Gesellschaft, und am Abend fanden wir uns dann mit einigen anderen beim Essen und Biertrinken wieder.

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