Donnerstag, 19.5: Krakau
Bei wunderschönen Sonnenschein und sehr warmen Wetter machen wir uns auf in die Altstadt. Nach dem Frühstück gibt es dort eine Stadtführung, zu der wir wegen Orientierungs-Schwierigkeiten ein paar Minuten zu spät kommen – so verpassen wir halt die ersten zwei Stops, aber bei dem witzigen Stadtführer ist das bald auch nicht mehr wichtig.
Wir lernen, dass es in Krakau hunderte Museen gibt; dass in einem dieser Museen ein Gemälde von Leonardo di Caprio steht; dass Krakau als Mittelpunkt zwischen Paris und Moskau zu einem großen Handelsplatz wurde und in den beiden Weltkriegen glücklicherweise nicht zerstört wurde (im Gegensatz zu Warschau und vielen anderen polnischen Städten) und bekommen die Legende der Stadt erzählt:



Unter dem Schloss in den Höhlen lebt nämlich ein Drache, den kein Ritter besiegen konnte – und haben es auch noch so viele versucht, sie waren alle nicht erfolgreich. Dieser Drache verspeiste am liebsten junge Mädchen, also musste etwas getan werden. Ein Bauer soll dann auf die Idee gekommen sein, ein Schaf mit scharfer, brennbarer Flüssigkeit auszustopfen und dieses dem Drachen als Mahl zu überlassen. Der Drache nahm sich diesem dankbar an, und da im Magen eines feuerspeienden Drachens Feuer brennt, explodierte das Schaf im Magen und mit ihm der Drache.
Und so kommt es, dass in Krakau am Fluss (direkt neben dem Ausgang der Höhle) eine Drachenstatue steht, die alle 15 Minuten Feuer speit.
Natürlich mussten wir uns die Statue anschauen (und hatten endlich die Antwort auf die Frage, warum hier überall Drachen mit der Aufschrift „Krakow“ verkauft werden.


Danach streunerten wir durch das jüdische Viertel (irgendein hohes Fest war heute, denn wir sahen viele Menschen in traditionell jüdischen Gewändern sich angeregt unterhalten), in dem nicht nur diverse Synagogen stehen, sondern auch – wie in Budapest – das Partyviertel der Stadt untergekommen ist. Nach einer kurzen Exkursion auf die andere Flussseite (schöne Brücke und interessante Kirche) setzen wir uns auf das Freiluft-Sofa einer Brauerei, genießen jeweils 1,5 Bier (nicht Liter!!) und den schönen, sommerlichen Spätnachmittag.



Als es dann dunkel geworden ist, gehen wir nochmal zum Drachen rüber – das Feuerspeien sieht hoffentlich nachts noch viel besser aus als tagsüber – und so ist es auch.
Danach geht es über den Marktplatz (einen der größten überhaupt, mit riesiger Markthalle) zurück, wir wollen nämlich morgen den frühen Zug nach Warschau nehmen, um dort möglichst viel Zeit zu haben.