Sonntag, 01.05.: Kapikule, Istanbul
Nach erfolgter Ausreisekontrolle ging es über die Grenze in die Türkei. Dort angekommen mussten wir aussteigen und zur Pass-Kontrolle zum Zoll laufen. Zum Glück waren es nur 30m, sodass wir den Rollstuhl nicht wieder ausladen mussten. Nach Minutenlangem Blick in eine Kamera bekam J dann den Stempel in den Pass, und L bekam beinahe sofort ein Papierchen mit dem Stempel ausgehändigt, da sie mit Personalausweis einreiste.
Kurz vor der Abfahrt kam der Nachtzug-Schaffner nochmal zu uns: Wir dürfen doch bis zur Endstation mitfahren, dort werden dann unsere Tickets kontrolliert. Immerhin konnten wir so heute Nacht noch ein wenig Schlaf bekommen. Also sind wir im (im Gegensatz zu den J bekannten Nachtzügen auf dem Balkan) sehr bequemen Nachzzug doch noch eingeschlafen.

Gegen fünf Uhr morgens kam der Nachtzug dann im Bahnhof von Halkali an (eigentlich ohne Punkt auf dem i, was dann sich ausgesprochen wahrscheinlich wie ein kyrillisches ы anhört). Der ist allerdings gefühlt am äußersten Rand Istanbuls (in Realität aber nicht, denn die Stadt hat bei einer Ausdehnung von 100x50km insgesamt mehr als 15 Millionen Einwohner), daher brauchten wir ein Ticket in die Stadt. Da der nächste Geldautomat/die nächste Wechselstube mehr als 2km entfernt war, wechselte uns der freundliche Beamte am Infoschalter kurzerhand 5€ in knapp 80 türkische Lira. Wir waren nicht die einzigen, die das nutzten, das scheint also ein übliches Problem zu sein! Von 50 Lira holten wir uns eine Istanbulcard sowie ein wenig Guthaben für diese. Mit ihr fährt man in der Stadt zum halben Preis, braucht keine Papiertickets und es lohnt sich schon ab der dritten Fahrt. Generell ist Nahverkehr hier extrem günstig, für zwei Personen in die Stadt reichten die 5€ locker aus.
Wir sind also mit dem Marmaray, der die ganze Stadt von Ost nach West und umgekehrt durchfährt in die Innenstadt und dann mit der Tram ins Hostel. Schön zentral, leider aber an einem Hügel und ohne Aufzug. Ging in dieser Stadt nicht besser, ohne ein Vierfaches zu bezahlen.
Sachen abgestellt und dann in die Innenstadt. Überall sind Moscheen und an diversen Ecken Atatürk-Statuen. Und türkische Flaggen sind quasi allgegenwärtig, von riesengroß bis richtig klein, irgendwo flatterte immer eine im Wind.






Nach der Innenstadt sind wir dann ans Meer, ein wenig entspannt zum Aussichtspunkt spazieren gehen, wo man die asiatische Seite der Stadt sieht. Natürlich stand da auch eine türkische Flagge und eine Atatürk-Statue direkt nebenan, die Türken scheinen ihren Staatsgründer und ihr Land wirklich gern zu haben.




Dann wollten wir per Metro von Oben (vom Taksim-Platz aus) zum Hostel hinabrollen, doch es war erster Mai, und wegen Demonstrationen war der Platz inklusive Metrostationen und Füniküler (Schrägbahn) weiträumig gesperrt. Also hochschieben, um kurz was zu essen und das Hostel zu zahlen.
Gen Abend gingen wir dann in einen Park, den uns das Hostel empfohlen hatte. Nachdem wir erst den falschen Eingang hochgeschoben haben (Danke an die beiden Iraner, die dabei tatkräftig geholfen haben) haben wir den Parkeingang dann endlich gefunden. Dort haben wir ein wenig entspannt und die Aussicht von diesem Berg genossen.


Früh ging es ins Bett, denn wir waren seit fünf Uhr morgens auf den Beinen. Was waren wir gespannt, was diese Stadt uns noch zu bieten hat.