Donnerstag, 26.5: Riga, Valga/Valka, Tallinn
Heute steht die letzte und einfachste der Grenzüberquerungen auf dem Baltikum an – wenn man es mal von der Fähre nach Helsinki absieht, die irgendwie nicht so richtig zählt. Wir setzen uns also in den Zug der lettischen Eisenbahn, müssen der Schaffnerin mal wieder erklären, was Interrail ist (so langsam wird das öde, aber diesmal hilft das Ticket von vorgestern, um ihr genug Info zu geben, was sie an ihrem Gerät machen muss) und kommen dann nach knappen drei Stunden in Valga an, der estnischen Hälfte der Grenzstadt, deren lettische Seite Valka heißt.

Da die Verbindungen hier perfekt (*hust*) aufeinander abgestimmt sind, haben wir 3,5 Stunden Aufenthalt hier in Valga. Genug Zeit für ein spätes Frühstück, für einen kleinen Einkauf, ein paar Telefonate und Sightseeing.



Dann geht es zum estnischen Zug, der sich als sehr modern herausstellt – vollständig barrierefrei, mit Steckdosen überall (nur nicht an den Rollstuhl- und Fahrradplätzen) und mit digitalem Ticketkauf. Es fühlt sich an wie nochmal ein großer Sprung in die Zukunft, und den hatten wir gefühlt schon beim Übergang von Litauen nach Lettland.
Am Abend kommen wir dann in Tallinn an und laufen erstmal zu unserer Unterkunft, die dieses Mal schon mit Blick auf die Weiterreise in Hafen ist. Dort werden wir herzlich empfangen und nach ein paar Telefonaten wird uns eine Wohnung ein paar Kilometer (auf der anderen Seite der Innenstadt) angeboten, bei der wir nicht zwei Etagen hoch die Treppe laufen müssen. Cool, das macht vieles einfacher!
Auf dem Weg in die Wohnung, den uns Mohammed, einer der Hostelbesitzer, mit dem Auto bringt, bekommen wir noch eine kleine Stadtführung. Wir laden unser Zeugs in der Wohnung ab und werden dann noch zurück zu einem kleinen Stadtteil am Rande der Innenstadt gebracht, den Mohammed und seine Frau uns unbedingt noch zeigen wollten. Hier haben die letzten Jahren sehr viele kleine Galerien und Cafés aufgemacht und die junge Generation geht dort gerne aus. Es sieht sehr hübsch aus, und eine Gin-Destille mit typischen Geruch steht direkt dort, wo wir herausgelassen werden. Das sollten wir uns für später merken.
Wir erkunden also dieses Stadtviertel, aber an einem Donnerstagnachmittag ist halt nicht viel los. Schnell geht es in die Innenstadt, wo wir ein wenig durch Gassen mit 🧔🪨🩹 laufen und uns zwischen Marktplatz und Kirchen zusammen mit diversen Touristen tummeln.

Irgendwann machen wir dann auch wieder zurück, total ohne Zeitgefühl, da es hier erst nach 22:00 anfängt zu dämmern und es mehrere Stunden dauert, bis es vollständig dunkel ist.