Ein paar Stunden werden zu ein paar Tagen

Sonntag, 10. April, nachmittags: Paris

In Paris angekommen, bekommen wir eine sehr schöne Stadtführung. Opera, Louvre, überall Statuen, Brunnen, … Und dann die ganzen Kleinigkeiten, die wir – wenn wir nicht darauf aufmerksam gemacht worden wären – mit Sicherheit übersehen hätten. Daher geht ein großes Dankeschön an L‘s Tante raus. Aber seht selbst:

Viel zu schnell war es 19 Uhr, sodass wir langsam zu unserem Nachtzug an die spanische Grenze liefen. Nächstes Ziel: Barcelona – dachten wir zumindest.

Am Bahnhof Gare de Austerlitz angekommen stellten wir dann zunächst fest, dass unser Zug auf der Abfahrtstafel gänzlich fehlt. Kein Hinweis, kein nichts, als wenn er nie existiert hätte. Gibt es in Frankreich überhaupt Nachtzüge? Haben wir uns einen Schlafplatz in einem Geisterzug reserviert? Kurz mal ins Internet geschaut und das Französisch übersetzt: Zugausfall. Doof, dass das nirgendwo angezeigt wurde, auch doof, dass der Schalter am Gare de Austerlitz bereits außerplanmäßig geschlossen hatte.

Kleiner Französisch-Kurs: Supprimé = kein Zug. Kein Nachtzug + Reservierung = Hotel + Umbuchung kostenlos

Wie gut, dass der Gare de Lyon nur eine Überquerung der Seine entfernt war. Dort hatte der Schalter noch offen und wir bekamen nach ein paar Erklärungen (zum Glück sprach eine Person Englisch) ein Hotelzimmer und einen Ersatzzug angeboten. Ersteres gleich für zwei Nächte, da der Nachtzug an Folgetag auch ausgefallen ist. So wurden aus ein paar Stunden Paris einfach mal ein paar Tage, und das mit Aufenthalt in einem Hotel, dass wir uns nie geleistet hätten, und Weiterfahrt in der ersten Klasse übermorgen früh.

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