Sonntag, den 17. April: Avignon, Marseille, Les Arcs Draguignan, Nice
Eigentlich wollten wir heute einen halben Tag nach Nice (Nizza) brauchen. Doch das ganze wurde zu einem großen Abenteuer:
Zunächst fuhr der Zug nach Marseille nicht – irgendwelche spontanen Fahrplanänderungen, Ostersonntag, oder was auch immer. Je ne parlez pas français. Also sind wir mit dem zehn Minuten später kommenden Zug von Avignon TGV nach Avignon Ville reingefahren (ja, der Schnellzug hat hier einen eigenen Bahnhof vor der Stadt). Dort hatten wir knapp 40 Minuten Aufenthalt, bevor wir nach Marseille kamen.

In Marseille angekommen nutzten wir unsere 1,5h Aufenthalt für einen kleinen Spaziergang zum alten Hafen. Eine schöne Stadt, aber sehr bergig und überhaupt nicht barrierefrei.


Als wir dann am Bahnhof zurück waren, stellten wir fest, dass die Interrail-App uns ohne einen Hinweis bei der Suche nach Verbindungen eine für Montag herausgesucht hat, weil das der nächste durchfahrende Zug war. Und die SNCF-Seite, wo wir die Verbindung kontrolliert haben, hat dasselbe getan.
Doch eigentlich war das Problem gar nicht mal so groß: Zwischen Marseille und Aubagne wurde gebaut und daher fuhr da nichts. Wir brauchten also „nur“ die Strecke per Bus (15-20 Minuten) zu überbrücken. Doch der Bus fuhr ein paar km vom Hauptbahnhof entfernt, und die Metro in Marseille ist nur per (Roll-)Treppe erreichbar. Also mussten wir laufen. Zum Glück ging es bergab, und nach einem Irrlauf durchs Parkhaus mussten wir immer geradeaus den Berg hinab. Und die „Halte Routière Sud“, wie die Busstation hieß, hat natürlich keinen Plan gehabt, wann wo welcher Bus abfährt. Wir haben also drei Personen (davon zwei Busfahrer) fragen müssen, um den Abfahrtsort unseres Busses zu erreichen. Der letzte Busfahrer war zum Glück so nett und hat uns bis zu unserem Bus gebracht.
Knapp angekommen, wollte uns der Bus zunächst nicht mitnehmen – es war schon jemand im Rollstuhl drin. Überreden, dass L sich umsetzen kann und wir sonst den letzten Zug nach Nice verpassen hat dann aber doch noch funktioniert, und so konnten wir doch noch heute ankommen. Der Tag war gerettet – dachten wir zumindest.
So ging es dann mit dem dritten Regionalzug für heute von Aubagne nach Toulon und mit dem vierten von Toulon nach Les Arcs Draguignan. Und dort trafen wir dann einen alten Bekannten aus Paris wieder.
Und dieser alte Bekannte heißt „Supprimè“ und traf uns auf der Abfahrtstafel des Bahnhofs. Oder auf Deutsch: unser Zug fällt mal wieder aus.

Doch immerhin fuhr noch ein weiterer Zug – zwei Stunden später. Also haben wir uns vor dem Bahnhof in die Sonne gesetzt und die Zeit mit dem ungarischen Reisenden totgequatscht, der unser Schicksal teilte und auch nach Nizza wollte. Das die meisten Franzosen lieber in der Bahnhofshalle warteten war uns unverständlich.
So kamen wir nach einem fünften Regionalzug nach Cannes dann endlich – knapp einen halben Tag später als geplant – in Nizza an. Zum Glück war unsere Unterkunft direkt am Bahnhof, und eine Überraschung hatte der Tag doch noch für uns: Wir wurden vom Hostel aus dem Sechsbettzimmer in ein Zweibettzimmer geupgradet. Nice!
Natürlich sind wir nach dem Beziehen des Zimmers noch in die Stadt, haben uns was zu essen geholt und dann noch den Strand unsicher gemacht.

2 Kommentare
Kommentieren →Da denkt man „ich habe ein Ticket, damit ist ja alles geklärt“ und dann halt nicht so ….
Ich würde niemanden empfehlen auf die SNCF zu empfehlen. Das war nervenraubender als mit der DB…