Samstag, 4.6: Stockholm, Västerås
Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer Runde Schwimmen im Sportzentrum, zu dem das Hotel hier gehört, geht es nach Stockholm rein. Jetzt fährt sogar ein Bus direkt hier ab, es ist ja jetzt nach 10 Uhr. Und mit unserem Ticket wollen wir jetzt mal ein bisschen U-Bahn-Sightseeing machen. Schließlich gibt es hier diverse kunstvoll gestaltete Stationen, und da wir 75 Minuten Zeit haben bei unserem Ticket, bleiben knapp 40 Minuten extra, die wir gut einsetzen wollen.








Nach unserer Metro-Rundfahrt kommen wir am Rathaus raus, laufen noch ein wenig durch die Stadt und stellen fest, dass heute ein Marathon-Lauf stattfindet. Aber zum Glück kommen wir trotzdem überall hin, also laufen wir nochmal ein wenig durch die Gegend und schauen uns das eine Museum an, das uns empfohlen wurde.


Danach ist es langsam an der Zeit, Stockholm zu verlassen. Blöderweise hat sich J eine Grippe oder so gefangen, sodass wir etwas langsamer machen und jetzt erstmal nach Västerås fahren, einem kleinen Städtchen in knapp über 100km Entfernung am Rande des großen Sees, der sich bis Stockholm erstreckt. Allerdings verpassen wir fast unseren Zug, denn zunächst ist der Aufzug defekt und wir müssen Menschen um Hilfe fragen, und dann will die Schaffnerin den Rollstuhl nur im zusammengefalteten Zustand mitnehmen, und sie faltet uns auch noch gleich mit zusammen, dass wir doch einen Rollstuhlplatz drei Tage im Voraus anmelden müssen und so weiter. Wow, was für ein schöner erster Eindruck, den wir so von der SJ (dem Eisenbahnunternehmen, das die Strecke bedient – die anderen beiden Züge in Schweden waren von der VY) bekommen. Dagegen ist die Deutsche Bahn die Freundlichkeit in Person..

Wir verstauen also das Gepäck und falten den Rollstuhl so gut wie es geht zusammen. Während der Fahrt fragt die Schaffnerin – erstaunt, dass wir tatsächlich eingestiegen sind und der Rollstuhl nirgendwo zu sehen ist – wo dieser denn geblieben ist. Challenge erfolgreich bestanden! Was die wohl erwartet hätten? Dass wir einfach in Stockholm bleiben und in drei Tagen fahren? Vor drei Tagen wussten wir doch noch nicht einmal, wo wir heute sein werden..
Naja, nach knapp über einer Stunde Fahrt kamen wir dann an und hatten nur zwei Minuten, das ganze verstaute aus dem Zug zu bekommen.. Also hat sich J beim eilig herauswuchten richtig schön die Hand gequetscht und stressig war es auch noch, mussten wir doch unser Gepäck vom Gepäckregal rausholen, da man nichts in den Gang stellen durfte.. Yeah!
Und dann kam es zu einem Wunder: Unser „Stein“ getauftes Gepäckstück, der 8kg schwere Motor für den Rollstuhl der seit Barcelona nicht mehr richtig funktionierte, sollte auf Geheiß von L eine zweite Chance bekommen. Und wit hatten heute ein wenig Zeit über, also packten wit das Werkzeug aus und bastelten am Bahnsteig die Halterung an. Und da die neue Achse nicht gebrochen war, sollte er auch nicht wie wild anfangen zu wackeln, wenn eine kleine Unebenheit im Boden überfahren wird. Hätten wir das mal früher gemacht, aber gut.. Hauptsache wir schleppen ihn jetzt nicht weiter nutzlos wie einen großen Stein durch die Gegend.
Wir holen dann – mit frischer Motor-Energie – den Schlüssel zu unserem Zimmer ab und bringen unser Gepäck dorthin. Da wir uns leicht angeschlagen fühlen (J die ganze Zeit am Husten, L mit leicht verstopfter Nase), entspannen wir erstmal ein wenig, bevor wir uns noch ein wenig die Kleinstadt ansehen, in der wir aus zwei Gründen gelandet sind: Wegen Pfingsten waren alle Schnellzüge nach Oslo ausgebucht und alle Unterkünfte in Göteborg auch. Hier gibt es schönes Kleinstadt-Flair: Eine Kirche, einen Fluss, ein paar Parks, die typischen roten Holzhäuser, ein das ganze restliche Jahr ausgebuchtes Hotel, das unter der Seeoberfläche liegt und wo man aus seinem Fenster Aussicht auf die Fische im See hat. Naja, eine ganz normale Kleinstadt halt.


Wir liefen also ein wenig durch die Stadt zum Ufer des Sees, und dann noch ein paar Kilometer weiter, vorbei an Häfen, Freibädern und Brücken zweierlei Art. Auf dem Rückweg verpassten wir die Unterführung zur Stadt, sodass wir sogar noch etwas mehr von unserem Spaziergang hatten.

Dann war der Tag auch zu Ende, wie man sieht hat es schon gut gedämmert („endlich wieder“ – J / „das war so schön, als es immer hell blieb“ – L) und wir wollten uns ein wenig erholen.