Hallo Sofia!

Freitag, 6.5: Sofia

Nach der Grenzkontrolle hatten wir noch ein paar erholsame Stunden im Nachtzug, bevor wir in Sofia ankommen. Der bulgarische Schaffner hat uns noch aus den Zug geholfen und war dann nicht davon abzubringen, uns noch das Gepäck zur Tramhaltestelle zu bringen. Natürlich hat er dann dafür Geld verlangt, ganze 20 Leva. Das fanden wir doch etwas frech, gerade von einem Schaffner, also haben wir so getan als verstehen wir nicht, und als er nicht gehen wollte haben wir ihn den kleinstmöglichen Schein in die Hand gedrückt. Die ~2,50€ war es uns aber doch schon wert, bei diesem Bahnhof mit so gut wie nur kaputten Aufzügen nicht alleine bezwingen zu müssen.

Dann sind wir mit der Tram zum Hostel (1,60 Leva/~80ct, man kann hier einfach seine Kreditkarte als Fahrkarte verwenden), haben unser Gepäck abgeladen und sind nach einer Tasse Tee in die Innenstadt gelaufen.

Die Innenstadt besteht aus einer langen Fußgängerzone, die nicht wie üblich von Modegeschäften und ähnlichem Schmarrn übersät war, sondern mit Restaurants, Bars und Imbissen. Und natürlich war sie so ausgerichtet, dass man den knapp 2300m hohen Hausberg Sofias bestens sehen konnte. Angeblich soll man dort im Winter Skifahren gehen und im Sommer sei der Berg ein beliebtes Ausflugsziel und die Besteigung ohne die Bergbahnen eine Challenge für den sportbegeisterten Sofioten (oder wie auch immer man die Stadtbewohnis nennt).

Wir sind dagegen einfach nur die Straße entlang geschlendert und haben uns was zu Mittag geholt. Am frühen Nachmittag ging es dann das Zimmer beziehen, dass dann fertig war. Dann konnten wir endlich den Schlaf nachholen, der uns durch die Passkontrollen im Nachtzug fehlte und gönnten uns ein kurzes Nachmittags-Schläfchen. – Naja L, schlief deutlich länger, als nur kurz

Abends sind wir dann in die Хамбара (Hambara) gegangen, eine Bar, die uns in Istanbul empfohlen wurde. Durch eine dunkle Gasse ging es dafür in einen Hinterhof, wo wir Überlieferungen zufolge an einer Holztür klopfen sollten. Schnell war selbige gefunden, und man hörte Musik von dahinter. Nach dem zweiten Klopfversuch (der erste war wohl zu zaghaft) wurde uns aufgemacht und wir fanden uns in einem mit Kerzen ausgeleuchteten Barraum wieder.

L am Eingang zur Hambara. Ja, an diese Tür muss man klopfen, um eingelassen zu werden

Tatsächlich war dieser urige Ort eine Bar, und das Bier kostete auch kein Vermögen, im Gegenteil – es fühlte sich fast wie ein sehr interessanter Studentenclub an. Sogar die Toilette war mit Kerzen beleuchtet!

Auf dem Rückweg vom Hostel haben wir dann noch in der Fußgängerzone einen Künstler gesehen, der nur mit Spraydosen wunderschöne Bilder gemacht hat. L war mega-begeistert und wir schauten ihn 20 Minuten lang zu. Wenn die Bilder nicht von einem Zuschauer in Auftrag gegeben worden wären (je 20 Leva, also 10€), hätte L sicherlich eines mitgenommen. Die Gebirgslandschaft mit Fluß und Mondschein war wahnsinnig schön, und das Universum mit Planeten ebenso. Aber L konnte sich nicht entscheiden, welches ihrer Bilder sie gemalt haben wollte, von daher gingen wir ohne Bild ins Hostel zurück.

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